Wesentlicher Grund für die Kritik aus der Bevölkerung sind fehlende Transparenz und ständig neue ausufernde Zahlen des angeblichen Flächenbedarfes, die nicht nachvollziehbar scheinen.

Während das Gutachten zum Integrativen Stadtkonzept 2030, was immerhin 140.000 € laut Aussage des Bürgermeisters bei der Bürgerbefragung am 08.03.2016 kostete, von einem zusätzlichen Flächenbedarf für Gewerbeflächen von 20 Hektar ausging, wurde sodann 2014 ein neues Gutachten beauftragt, nach dem nun immerhin 74,5 Hektar für zukünftige Gewerbeflächen benötigt werden.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass solange und so oft Gutachten in Auftrag gegeben wurden, bis die gewünschten Ergebnisse erreicht wurden.

Denn schließlich geht es um vor allen Dingen um Geld. Wenn die Stadt möglichst viele Flächen „billigen“ Grünlandes in „teures“ Bauland umwandeln kann, wird sehr viel Geld verdient. Geld, was die an den Rand der Pleite gefahrene Stadt dringend gebrauchen kann. Muss dann doch nicht andauernd mittels Buchhaltungstricks versucht werden, den Haushalt zu schönen, so wie unlängst bei den Mieten der Schulen, wegen denen Stadt und Landkreis gerade in Diskussionen sind, weil der Landkreis die Ausbuchung eines Verlustes von 6 Millionen € für einen unzulässigen Bilanztrick hält.

Und dies ist der Hauptgrund der Kritik:

Bauleitplanung soll bestimmen, wie die Menschen in den nächsten 20 bis 30 Jahren leben sollen.

Es ist nicht die Aufgabe der Bauleitplanung, Haushaltsversagen zu kompensieren. Es geht nicht um das Verschleudern von Tafelsilber, Naturschutzgebieten und Landschaftsschutz, sondern um die Lebensbedingungen der Menschen.