Seit Jahrzehnten ist der Autobahnzubringer über den Bahndamm ein heiß umstrittenes Thema, seit knapp einem Jahr ist Stadtbaurat Harald Flügge im Amt. Er will sich nicht damit abfinden, dass dieses „Geschenk für jeden Städteplaner” ungenutzt bleibt. Daher lud er einen Kreis von Interessensvertretern ein, um den Bahndamm und seine Potenziale neu in den Blick zu nehmen – und verkündete vorab eine Neupositionierung des Landes NRW. Weiterlesen...

Sinnentleert

Die Diskussion um den Bahndamm ist nach der Entscheidung, keinen zusätzlichen Autobahnanschluss zu schaffen vollkommen sinnentleert. Geplant war ein Autobahnzubringer, der die Zufahrtstrassen zur Autobahn entlasten sollte. Dies kann und wird ohne zusätzlichen Autobahnanschluss nicht funktionieren, der Bahndamm wird nur weitere Zubringerstraße zu den eigentlichen Autobahnzubringern, bringt aber keine Entlastung. Der Grund ist ganz einfach: Der Stau entsteht an der engsten Stelle, das sind hier die beiden Auffahrten Bensberg und Refrath, die beide bereits aufgrund der Stauanfälligkeit mit Zufahrtssystemen ausgerüstet sind. Führt man mehr Verkehr zur Auffahrt Bensberg, wird der bisherige Verkehr versuchen, nach Refrath auszuweichen, über die Frankenforster Straße und Lustheide. Für viel Geld werden viele Anwohner unzumutbaren zusätzlichen Belastungen ausgesetzt, nur, damit der Stau sich andernorts manifestiert als jetzt. Ein besserer Verkehrsfluss kann ohne den zusätzlichen Autobahnanschluss schlicht nicht generiert werden. Das ist eine Sache von Mathematik und Logik. Daher ist eine Diskussion über einen nicht realisierbaren „Autobahnzubringer“, sei es über die Frankenforster Straße oder die Brüderstraße unsinnig. Denn die einzige Möglichkeit, den Stau vor dem Flaschenhals Autobahnzufahrt zu entzerren, ist, die Zuführung des Verkehrs zu diesen Anschlüssen zu verlangsamen, durch Ampeln oder Geschwindigkeitsreduzierungen. Alles bereits bekannt, alles nachzulesen. Warum man dennoch versucht, eine Streckenführung ohne Umweltgutachten bzw. ohne konkrete Planung noch vor der Machbarkeitsstudie zum vordinglichen Bedarf zu erklären, ist nicht nachvollziehbar und entzieht sich logischen Denkens.

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